250 Filialen der Postbank sollen geschlossen werden. Ein langsam fortschreitender Prozess, der seit Jahren im Gange ist. Kunden äußern ihren Unmut darüber. 

Die Postbank hat vor kurzem bekannt gegeben, dass bis Mitte 2026 die Hälfte ihrer aktuellen 550 Filialen in Deutschland geschlossen werden soll. Für viele Kunden ist das eine Katastrophe. Besonders ältere Menschen und Nutzer aus ländlichen Gegenden stehen vor großen Problemen: Wo bekomme ich Bargeld her? Wie komme ich zur Bankfiliale? Mit wem kann ich sprechen? 

Ein Rentner erzählt: „Es ist nichts Neues, dass Postbankfilialen schließen. Bei mir wurde vor einigen Jahren die Filiale im Mühlencenter in Berlin geschlossen. Es blieb nur noch ein Geldautomat übrig, der mittlerweile auch abgeschafft wurde. Das fand ich ärgerlich, aber immerhin konnte ich auf eine andere Filiale in der Prenzlauer Allee ausweichen“, berichtet Heinz (77) aus Berlin weiter.“Doch auch diese wurde Anfang dieses Jahres verschlossen.Ich bin ständig auf der Suche nach einer funktionierenden Zweigstelle.Es nervt mich wirklich.“ 

Der Rentner zahlt ungern mit Karte an der Kasse:“Auch weil ich oft einfach meine Pinnummer nicht weiß“.Für junge Leute mag das vielleicht albern klingen,but für Menschen meiner Generation gehört Bares gerne dazu und es redet sich lieber mit einem Mitarbeiter als am Computer zu verzweifeln. 

Der alte Herr sagt: „Auf dem Land stellt dies noch viel größere Herausforderungen dar.Dort gibt es weniger Ausweichmöglichkeiten.Und was ist, wenn man nicht mehr mobil ist? Wie gelangt man dann in den nächsten Ort mit einem Geldautomaten?“ 

Postbank scliesst Filialen

Ein Leser namens Udo aus Baden-Württemberg hat nach 50 Jahren als Kunde sein Postbankkonto gekündigt. In einem Brief an t-online beschreibt er seine Erfahrungen: „Der Service ist insgesamt miserabel geworden. Das Onlinebanking funktioniert nur noch minimal und die Kundenhotline ist praktisch nicht erreichbar. Meine schriftliche Beschwerde wurde nie beantwortet.“ 

Scheint es so, als würden Mitarbeiter und Kunden in Scharen von der Postbank weglaufen? Axel aus dem Münsterland äußert sich ironisch in seinem Brief: „Kostensenkungen sind gut für das Unternehmen und die Aktionäre. Weniger Kunden bedeutet auch weniger Kosten – oder etwa nicht?“ 

Es stellt sich heraus, dass nicht nur die Postbank ihre Filialen massiv abbaut, sondern auch andere Geldinstitute ziehen sich zunehmend zurück laut Bundesbank-Daten. Im Jahr 2022 verringerte sich die Anzahl der Zweigstellen in Deutschland um 1.266 (5,8 Prozent) auf insgesamt 20.446 Filialen im Vergleich zum Vorjahr mit einem Abbau von 2.388 Zweigstellen (9,9 Prozent). 

Gisela aus Brandenburg berichtet: „Die Postbank und Deutsche Bank sind hier seit über einem Jahr verschwunden. Da ich kein Smartphone besitze und mich mit Online-Banking nicht auskenne, musste mir meine Tochter beim Wechseln der Bank helfen. Wenn ich Geld brauche, besorgt sie es mir meistens.“ 

Der Filialabbau bei der Postbank hat auch die Verbraucherschützer auf den Plan gerufen. Ramona Pop, Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, kritisiert das Vorhaben scharf und bezeichnet es als „blanken Hohn“ für die Kundinnen und Kunden. Insbesondere in Anbetracht von massiven Problemen beim Onlinebanking in den letzten Monaten sollte sich die Deutsche Bank darauf konzentrieren, ihren Kundenservice zu verbessern anstatt ihn durch Filialschließungen zu schwächen, so Pop. 

Bei der Übertragung der IT-Systeme von Postbankkonten zur Deutschen Bank zu Beginn des Jahres traten erhebliche Schwierigkeiten auf (weitere Informationen dazu finden Sie hier). Etwa zwölf Millionen Kunden der Postbank waren betroffen, als ihre Daten in die IT-Systeme der Deutschen Bank übertragen wurden. Dadurch konnten einige Kunden nicht mehr auf ihre Konten zugreifen und auch der Kundenservice war nur schwer erreichbar. Letzte Woche berichteten Verbraucherschützer, dass die Beschwerden von den Betroffenen noch immer anhalten. Mehr Informationen zu Banken und Konten findest du hier.