Immobilien-Teilverkauf für Rentner: Chancen und Risiken im Überblick
Das Konzept, einen Teil des eigenen Hauses zu verkaufen und dennoch darin wohnen zu können, klingt gerade für Senioren verlockend. Allerdings warnt die Finanzaufsicht vor den Risiken solcher Angebote. Stattdessen empfiehlt sie Rentnern, lieber einen Bankkredit* aufzunehmen, wenn sie Geld benötigen.
Die Finanzaufsicht warnt vor Teilverkauf-Modellen von Immobilien, die sich vor allem an ältere Menschen richten und finanzielle Freiheit versprechen. Diese Teilverkäufe werden als schnell, unkompliziert und lebenslang sicher beworben, halten jedoch oft nicht, was sie versprechen, betont die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).
Bei einem Teilverkauf verkaufen Senioren bis zu 50 Prozent ihrer Immobilie an ein Unternehmen und bevollmächtigen dieses, die Immobilie später zu veräußern, spätestens im Todesfall. Währenddessen können sie die Immobilie weiterhin bewohnen oder vermieten und zahlen dafür ein monatliches Nutzungsentgelt.
Anbieter wie Deutsche Teilkauf, Hausanker, Heimkapital oder Engel & Völkers werben mit solchen Teilverkauf-Modellen. Mit dem eingenommenen Geld könnten sich Eigentümer lang gehegte Wünsche erfüllen und gleichzeitig die Kontrolle über ihre Immobilie behalten. Diese Angebote richten sich in der Regel an Senioren, die ihre Altersvorsorge* in der eigenen Immobilie haben, aber eine relativ geringe Rente beziehen.
Teilverkauf deines Hauses: Traum oder Albtraum für Senioren?
Die Bafin sieht jedoch viele Risiken bei diesen Modellen. Ein hoher Teilkaufpreis klinge zwar verlockend, aber davon abhängig seien das monatliche Nutzungsentgelt, der Mindesterlös und sämtliche Gebühren beim Gesamtverkauf. Nach einem Teilverkauf fallen weiterhin die laufenden Kosten einer Immobilie an, auch wenn es dann einen Miteigentümer gibt.
Des Weiteren bekommt die Teilkauf-Firma beim Teilverkauf oder Rückkauf immer mindestens den Teilkaufpreis plus X für ihren Immobilienteil, selbst wenn die Immobilie nicht im Wert gestiegen ist. Der festgestellte Verkehrswert, der Basis für den Teilkaufpreis ist, kann zudem vom tatsächlichen Verkaufswert abweichen.
Die monatlichen Gebühren sind teils schwer kalkulierbar und können den eingenommenen Teilkaufpreis in zwanzig Jahren aufzehren. Die Gebühr ist meist für eine bestimmte Dauer festgeschrieben und kann danach erhöht werden. Wer das Nutzungsentgelt nicht mehr zahlen kann, riskiert den Verkauf des Hauses und den Auszug.
Die Bafin warnt auch vor den Folgen einer möglichen Insolvenz des Anbieters. Die Deutsche Teilkauf hingegen verweist auf die Eintragung des Nießbrauchrechts im Grundbuch, wodurch das Nutzungsrecht insolvenzfest sei.
Viele Nachteile zeigen sich laut Bafin erst beim Verkauf der Immobilie an einen Dritten. Die Bafin warnt davor, den Werbeversprechen für Immobilien-Teilverkäufe blind zu vertrauen, und rät dazu, Angebote verschiedener Anbieter zu vergleichen, Vertrauenspersonen einzubeziehen oder Verbraucherzentralen zu kontaktieren. Als Alternative zum Teilverkauf könnten spezielle Hypothekendarlehen von Banken für ältere Menschen* in Betracht gezogen werden.
Die Verträge beim Teilverkauf sind sehr komplex und schwer zu verstehen. Es lohnt sich, eine Entscheidung zum Teilverkauf sorgfältig abzuwägen. Auch ein Treppenlift lässt sich mit einem Bankkredit finanzieren.
Es ist jedoch zu beachten, dass viele Banken den Kreditrahmen für Rentner einschränken. Je älter der Kunde ist, desto schwieriger wird es, einen Kredit zu bekommen. Eine gute Voraussetzung für eine Kreditzusage ist, wenn viel von einer eigenen Immobilie abbezahlt ist und diese als Sicherheit dienen kann. Auch ein Mitantragssteller oder ein Bürge erhöhen die Chancen auf einen Ratenkredit.
Einige Banken bieten spezielle Modelle für ältere Eigentümer* an, bei denen nur die Zinsen gezahlt werden und der eigentliche Kredit an die Erben geht oder durch den Immobilienverkauf abgelöst wird. Es empfiehlt sich, verschiedene Produkte zu vergleichen, um das beste Angebot zu finden.